Branchenreport

Bäckerei-Insolvenzen 2026: 30+ Zahlen zum Bäckersterben

Brötchen werden teurer, doch immer mehr Backstuben bleiben für immer kalt. Das deutsche Bäckerhandwerk steckt im größten Strukturwandel seiner Geschichte: steigende Personal- und Lohnkosten, sinkender Brotkonsum und der Druck von Discountern bringen reihenweise Traditionsbetriebe zu Fall, das setzt sich auch 2026 fort. Dieser Report bündelt über 30 aktuelle Zahlen mit Stand September 2026 dazu, wie sich Bäckerei-Insolvenzen in Deutschland entwickeln, welche Ketten es zuletzt erwischt hat und woran die Krise wirklich liegt, inklusive einer eigenen Auswertung von InsolvenzTracker zum laufenden Jahr.
Das Wichtigste in Kürze
8.659 Meisterbäckereien Ende 2025, ein Minus von 2,8 % gegenüber dem Vorjahr
über 3.900 Betriebe weniger als 2014 (von 12.611 auf 8.659)
21 eröffnete Firmeninsolvenzen im Bäckerhandwerk 2026 bis Anfang September laut InsolvenzTracker
+34,4 % teurer wurden Brot und Brötchen von 2019 bis 2023
über 55.000 Bäckereien gab es einst, heute sind es nur noch 8.659

Jahrhundertelang gehörte die Bäckerei an der Ecke zum festen Inventar jeder deutschen Stadt und jedes Dorfs. Inzwischen häufen sich Schließungen, Insolvenzanträge und das stille Aufgeben ganzer Familienbetriebe. Besonders die kleinen Handwerksbäckereien geraten unter Druck, während gestiegene Kosten und verändertes Kaufverhalten an den Margen nagen. Die folgenden über 30 Zahlen ordnen ein, wie groß das Problem wirklich ist.

1. Die Insolvenzwelle im Backhandwerk

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2023 wurden 86 Insolvenzverfahren in der Backwarenherstellung eröffnet.

Die amtliche Statistik weist für das deutsche Backgewerbe 86 eröffnete Verfahren aus, sieben davon wurden mangels Masse sofort wieder abgewiesen. Damit setzte sich der Anstieg fort, der die Branche seit dem Ende der Coronahilfen begleitet.1

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In unserer Datenbank wird der Trend täglich sichtbar.

Bei InsolvenzTracker registrieren wir jede neue Insolvenzeröffnung aus den amtlichen Bekanntmachungen, oft Wochen bevor die offizielle Statistik erscheint. Bäckereien und Backhandwerk sind dabei überdurchschnittlich vertreten.2

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Die Unternehmensinsolvenzen in der Branche stiegen 2024 um 16,8 Prozent.

Nach Auswertungen zur Backwarenherstellung legte die Zahl der Firmenpleiten gegenüber dem Vorjahr deutlich zu. Umsatzeinbrüche aus der Pandemie, Fachkräftemangel, höherer Mindestlohn und massiv gestiegene Energie- und Rohstoffkosten machen kostendeckendes Wirtschaften für viele Betriebe schwer.3

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Wir zählen ausschließlich echte Firmeninsolvenzen.

Für diese Auswertung filtern wir auf eröffnete Unternehmensinsolvenzen und blenden Privatinsolvenzen, Einzelunternehmer und Nachlassverfahren aus. Jeder Fall ist um Branche, Rechtsform, Standort und zuständiges Amtsgericht angereichert, so lässt sich das Backhandwerk sauber isolieren.4

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2024 stieg die Zahl der Unternehmensinsolvenzen bundesweit auf rund 22.400.

Das war der höchste Wert seit 2015 und ein Plus von 24,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Besonders das Dienstleistungsgewerbe (plus 27,1 Prozent) und das Verarbeitende Gewerbe (plus 23,9 Prozent) trugen den Anstieg, in beide Bereiche fallen auch Bäckereien.5

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Jeden Tag kommen neue Fälle hinzu.

Auf der Insolvenzkarte sehen wir die Eröffnungen nahezu in Echtzeit. Gerade aus dem Bäckerei- und Konditoreigewerbe ist kaum eine Woche ohne neue Einträge zur Normalität geworden.6

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2025 erreichten die Firmenpleiten bundesweit mit 24.064 ein Elf-Jahres-Hoch, 2026 setzt sich der Anstieg fort.

Die deutschen Amtsgerichte meldeten 2025 insgesamt 10,3 Prozent mehr beantragte Unternehmensinsolvenzen als im Vorjahr, den höchsten Stand seit 2014. Auch im laufenden Jahr geht es weiter bergauf: Von Januar bis Mai 2026 wurden bereits 10.546 Unternehmensinsolvenzen beantragt, ein Plus von 4,9 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum, allein im ersten Quartal 2026 waren es 6.275 Fälle (plus 6,5 Prozent). Die Backbranche zählt durchgehend zu den auffällig betroffenen Sektoren.73334

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Schon 2022 verschwand fast jeder 30. Bäckereibetrieb vom Markt.

Mitten in der Energiepreiskrise gab eine Vielzahl von Betrieben auf. Der Aderlass traf vor allem kleine Handwerksbäckereien, die die Kostensprünge nicht mehr an die Kundschaft weitergeben konnten.8

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Die Insolvenzen ballen sich regional.

In unseren Daten konzentrieren sich Bäckerei-Pleiten oft dort, wo eine bekannte Kette mehrere Standorte zugleich betreibt. Fällt der Mutterbetrieb, reißt er ganze Filialnetze mit. Die regionale Verteilung lässt sich live in unseren Statistiken nachvollziehen.9

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Zwischenstand 2026: In unserer eigenen Datenbank stehen bereits 21 eröffnete Bäckerei-Insolvenzen.

InsolvenzTracker wertet fortlaufend die amtlichen Bekanntmachungen aus und zählt dabei ausschließlich eröffnete Firmeninsolvenzen von Bäckereien, Konditoreien und Backwarenbetrieben in der Rechtsform einer Kapitalgesellschaft, Einzelunternehmer bleiben bewusst außen vor. Nach dieser Auswertung öffneten die Amtsgerichte 2020 elf, 2021 sieben, 2022 fünfzehn, 2023 vierundzwanzig, 2024 fünfundzwanzig und 2025 ebenfalls fünfundzwanzig Verfahren, macht in Summe 128 seit 2020. Bis Anfang September 2026 sind bereits 21 weitere Fälle hinzugekommen, in den letzten zwölf Monaten waren es 34. Stichtag dieser Auswertung ist der 4. September 2026. Wichtig für die Einordnung: Das eigentliche Bäckereisterben spielt sich größtenteils bei Einzelunternehmen und in stiller Betriebsaufgabe ohne förmliches Insolvenzverfahren ab, unsere Zahlen bilden davon nur den kleinen, aber wachsenden Ausschnitt der Kapitalgesellschaften ab.2

2. Das große Betriebssterben in Zahlen

Insolvenzen sind nur die Spitze. Darunter liegt ein jahrzehntelanger Schrumpfungsprozess, in dem still und leise Tausende Betriebe verschwunden sind.

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Nur noch 8.659 Meisterbäckereien gab es Ende 2025.

Im Vergleich zum Vorjahr ist die Zahl der Handwerksbäckereien um 2,8 Prozent gesunken, nach einem Rückgang von 3,6 Prozent im Jahr zuvor. Auf die verbleibenden Betriebe kommen inzwischen rund 35.000 Filialen beziehungsweise 43.500 Verkaufsstellen, der Rückgang trifft weiterhin vor allem kleine Betriebe.1032

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2014 gab es noch 12.611 Bäckereien, ein Minus von über 3.900 in elf Jahren.

Jahr für Jahr schloss eine vierstellige Zahl an Betrieben: 2018 waren es noch 10.925, 2021 noch 9.965, 2023 noch 9.242, 2024 noch 8.912 und Ende 2025 nur noch 8.659. Die Talfahrt zieht sich ohne Unterbrechung durch mehr als ein Jahrzehnt.1132

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In den 1990er-Jahren gab es noch über 55.000 Bäckereien.

Heute liegt die Zahl bei 8.659. Damit hat sich der Bestand an Backbetrieben binnen einer Generation mehr als halbiert, in der längeren Perspektive sogar auf einen Bruchteil reduziert.12

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Noch rund 232.000 Menschen arbeiten im Bäckerhandwerk.

Ende 2025 waren es 1,4 Prozent weniger als im Vorjahr, im Schnitt entfallen rein rechnerisch 26,8 Beschäftigte auf jeden Betrieb. 2014 waren es noch 277.200 Beschäftigte, seither sind rund 45.000 Stellen weggefallen.1332

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2025 zählte das Handwerk wieder 11.389 Auszubildende.

Davon lernten 4.593 den Beruf des Bäckers oder der Bäckerin, 6.668 den Fachverkauf, ein weiteres Plus gegenüber den 10.175 Lehrlingen von 2024. Zehn Jahre zuvor, 2014, waren es noch 20.540. Trotz der jüngsten Erholung bleibt der Nachwuchs strukturell knapp, wo kein Nachfolger in Sicht ist, endet ein Familienbetrieb oft mit dem Ruhestand des Inhabers.1432

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2025 wagten 448 Bäckermeisterinnen und Bäckermeister den Schritt in die Selbstständigkeit, der höchste Stand seit 2018.

Das ist ein weiteres Plus gegenüber den 405 Existenzgründungen von 2024. Der Jahresumsatz der Branche legte 2025 um 1,3 Prozent auf 18,14 Milliarden Euro zu. Das zeigt: Es ist kein Nachfrageproblem, sondern ein Kostenproblem, das die Betriebe aus dem Markt drängt.1532

3. Wenn ganze Ketten umfallen

Längst trifft es nicht mehr nur den Einzelbetrieb. Auch große, regional bekannte Filialbäckereien geraten reihenweise in die Insolvenz und reißen Hunderte Arbeitsplätze mit.

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Lila Bäcker schloss zum 1. Februar 2025 alle verbliebenen Filialen.

Die Kette aus Mecklenburg-Vorpommern startete mit 232 Standorten und rund 1.600 Beschäftigten in die Insolvenz. Am Ende wurden auch die letzten 160 Filialen und die Produktion in Pasewalk dichtgemacht, rund 900 Mitarbeiter verloren ihren Job.16

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Rackls Backstubn meldete im Dezember 2025 Insolvenz an.

Die 1889 gegründete Münchner Traditionsbäckerei betreibt 35 Filialen mit rund 470 Mitarbeitern. Das Amtsgericht München eröffnete das Verfahren am 1. Dezember 2025 in Eigenverwaltung, der Betrieb läuft zunächst weiter.17

19

Die Flensburger Kette Hansen Mürwik fiel kurz nach ihrem 100. Geburtstag, die Serie riss auch 2026 nicht ab.

Der 1924 gegründete Betrieb stellte am 20. November 2025 den Insolvenzantrag, betroffen sind elf Standorte und 145 Beschäftigte. Hohe Modernisierungskosten plus gestiegene Energie- und Personalkosten waren aus dem laufenden Geschäft nicht mehr zu decken. Im Juni 2026 folgte die Bäckerei Lampe aus Roßleben-Wiehe, gegründet 1879, mit 44 Filialen und rund 280 Beschäftigten in die vorläufige Insolvenz. Bereits im März 2026 hatte die 136 Jahre alte Bäckerei Kayser aus Neuenrade nach ihrer zweiten Insolvenz binnen zwei Jahren alle 14 Filialen geschlossen und damit 120 Arbeitsplätze verloren.183738

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Was als Ketten-Schlagzeile beginnt, endet als einzelne Standortpleite.

In unseren Daten zerfällt eine Konzern- oder Ketteninsolvenz mit Verzögerung in einzelne Einträge je Gesellschaft und Amtsgericht. Genau diese Fälle macht die Insolvenzkarte sichtbar, bevor sie überregional Schlagzeilen machen.19

21

Auch die Bäckereikette Sternenbäck geriet in die Pleitewelle.

Die ostdeutsche Großbäckerei reiht sich in eine wachsende Liste insolventer Filialisten ein. Filialstarke Betriebe sind besonders personalintensiv und geraten dadurch schnell unter Margendruck, wenn die Umsätze sinken.20

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Bei Lila Bäcker scheiterte die Rettung an der Finanzierung.

Ein verbliebener Investor konnte seine Finanzierung nicht ausreichend belegen, woraufhin die Banken weitere Mittel verweigerten. So endete selbst ein laufender Betrieb mit 160 Filialen in der vollständigen Schließung.21

4. Kosten, die den Ofen ausgehen lassen

Bäckereien sind energie- und personalintensiv zugleich. Genau diese Kombination macht sie anfällig, sobald Strom, Gas, Rohstoffe und Löhne gleichzeitig teurer werden. Der Druck beginnt dabei schon vor dem Backofen, denn auch in der vorgelagerten Landwirtschaft schwanken Erzeugerpreise und Kosten inzwischen heftig.

23

Der Energiekostenanteil sprang von rund 3 auf teils über 15 Prozent des Umsatzes.

Bis 2020 machten Strom und Gas zusammen etwa 3 Prozent des Umsatzes aus. Nach der Energiepreiskrise 2022 kletterte dieser Anteil bei vielen Betrieben auf über 15 Prozent, einige berichteten von einer Versiebenfachung der Gasrechnung.22

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2022 sanken die Betriebsergebnisse im Schnitt um rund 27 Prozent.

Niedersächsische Bäckereien steigerten zwar ihre Umsätze, doch unter dem Strich brach das Ergebnis ein. Höhere Erlöse bei explodierenden Kosten reichten schlicht nicht aus, um profitabel zu bleiben.23

25

Rund 55 Prozent der Energiekosten entstehen allein in der Produktion.

Backöfen und Kälteanlagen sind die größten Energiefresser. Weitere 35 Prozent entfallen auf den Vertrieb und 10 Prozent auf die Verwaltung. Deshalb trifft jede Strom- und Gaspreiserhöhung Bäckereien besonders hart.24

26

Für Weizenmehl zahlten Betriebe 2022 bis zu 55 Prozent mehr, 2026 hat sich der Rohstoffdruck spürbar gedreht.

Eine Beispielbäckerei berichtete von 55 Prozent höheren Mehlkosten gegenüber dem Vorjahr. Auch Hefe, Zucker und Salz verteuerten sich damals spürbar. Inzwischen ist der Rohstoffdruck von 2022 deutlich abgeklungen: Im Juni 2026 kostete Getreide 7,7 Prozent weniger als ein Jahr zuvor, pflanzliche Agrarerzeugnisse insgesamt 6,5 Prozent weniger. Die Kostenkrise der Backbranche liegt damit inzwischen vor allem bei Personal und Löhnen, nicht mehr bei den Rohstoffen.2535

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In personalstarken Betrieben übersteigen die Lohnkosten 50 Prozent des Umsatzes.

Mit jeder Mindestlohnerhöhung steigt der Druck weiter: Zum Januar 2026 kletterte der Mindestlohn auf 13,90 Euro, 2027 folgt der nächste Schritt auf 14,60 Euro. Mitzieheffekte bei höheren Lohngruppen verschärfen die Belastung zusätzlich.26

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86 Prozent der Beschäftigten klagen über ständigen Zeitdruck und Personalmangel.

Ebenso viele berichten, dass häufig Personal fehlt. Der Fachkräftemangel zwingt manche Betriebe, Filialen oder Öffnungszeiten zu reduzieren, was die Erlöse weiter schmälert und die Spirale in Gang hält.27

5. Weniger Brot, mehr Discounter

Selbst wenn die Kosten zu stemmen wären, fehlt zunehmend der Absatz. Die Deutschen kaufen weniger Brot, und das wenige immer öfter beim Discounter statt beim Bäcker.

29

Brot und Brötchen wurden von 2019 bis 2023 um 34,4 Prozent teurer.

Damit stiegen die Preise fast doppelt so stark wie die allgemeine Inflation von 17,3 Prozent im selben Zeitraum. Treiber waren höhere Energie- und Rohstoffkosten sowie steigende Personalausgaben.28

30

Die Haushalte kauften 2024 rund 10 Prozent weniger Brot als 2019, für 2026 wird nur ein leichtes Absatzplus erwartet.

Im Schnitt landeten 4,3 Kilogramm weniger Brot pro Haushalt im Einkaufskorb. Viele Verbraucher weichen auf günstigere Alternativen aus, frühstücken seltener zu Hause oder greifen unterwegs zu kleinen Snacks. Für 2025 rechnete Statista mit einem Pro-Kopf-Verbrauch von 106,19 Kilogramm Brot- und Getreideprodukten, davon 61,13 Kilogramm reines Brot, für 2026 wird ein Absatzplus von nur 0,9 Prozent erwartet. Von April 2025 bis März 2026 kauften die Haushalte zudem rund 2,5 Kilogramm weniger Brot als im Vergleichszeitraum vier Jahre zuvor.2936

31

Discounter halten inzwischen rund 47,5 Prozent des Brotmarkts im Handel.

Im rund 3,7 Milliarden Euro schweren Markt für Brot und Aufbackware im Einzelhandel dominieren die Discounter. SB-Stationen und Backautomaten verdrängen die klassische Bedientheke und damit das Geschäftsmodell der Handwerksbäckerei.30

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Die nächsten Fälle stehen schon in den Bekanntmachungen.

Solange Kosten hoch und Nachfrage schwach bleiben, dürften weitere Bäckereien folgen, vom Einzelbetrieb bis zum Filialisten. Wer wissen will, welche Standorte gerade betroffen sind, sieht das auf der Insolvenzkarte oft Tage vor den Schlagzeilen. Was von einem geschlossenen Betrieb bleibt, sind Backöfen, Kühltechnik und Ladeneinrichtung, die anschließend über Verwertungsportale wie Gastroauktionen.de neue Besitzer finden.31

Häufige Fragen

Wie viele Bäckereien gibt es in Deutschland noch?

Ende 2024 gab es nur noch 8.912 Meisterbäckereien, ein Minus von 3,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr. 2014 waren es noch 12.611 Betriebe, das entspricht einem Rückgang von über 3.600 Bäckereien in zehn Jahren. In den 1990er-Jahren gab es sogar noch über 55.000 Bäckereien, heute liegt die Zahl unter 10.000.

Warum gehen so viele Bäckereien pleite?

Die Hauptursache ist ein Kostenproblem: Energie, Rohstoffe, Mindestlohn und Personal sind gleichzeitig massiv teurer geworden. Der Energiekostenanteil sprang von rund 3 Prozent auf teils über 15 Prozent des Umsatzes, und für Weizenmehl zahlten Betriebe 2022 bis zu 55 Prozent mehr. Da 2024 wieder 405 Bäckermeister den Schritt in die Selbstständigkeit wagten und die Lehrverträge um 12,7 Prozent stiegen, handelt es sich laut Branchendaten nicht um ein Nachfrage-, sondern um ein Kostenproblem, das die Betriebe aus dem Markt drängt.

Wie stark sind die Bäckerei-Insolvenzen 2024 gestiegen?

Die Unternehmensinsolvenzen in der Backwarenherstellung stiegen 2024 um 16,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Bundesweit kletterten die Firmenpleiten über alle Branchen hinweg auf rund 22.400 Fälle, den höchsten Wert seit 2015. 2025 erreichten die Unternehmensinsolvenzen mit 24.064 Fällen sogar ein Elf-Jahres-Hoch.

Welche großen Bäckereiketten sind zuletzt insolvent geworden?

Lila Bäcker aus Mecklenburg-Vorpommern schloss zum 1. Februar 2025 alle verbliebenen Filialen, rund 900 Mitarbeiter verloren ihren Job. Die Münchner Traditionsbäckerei Rackls Backstubn mit 35 Filialen und rund 470 Mitarbeitern meldete im Dezember 2025 Insolvenz an. Auch die Flensburger Kette Hansen Mürwik mit elf Standorten und 145 Beschäftigten sowie die ostdeutsche Großbäckerei Sternenbäck gerieten in die Pleitewelle.

Wie viel teurer wurden Brot und Brötchen in den letzten Jahren?

Von 2019 bis 2023 wurden Brot und Brötchen um 34,4 Prozent teurer, fast doppelt so stark wie die allgemeine Inflation von 17,3 Prozent im selben Zeitraum. Gleichzeitig kauften die Haushalte 2024 rund 10 Prozent weniger Brot als 2019, im Schnitt 4,3 Kilogramm weniger pro Haushalt. Discounter halten inzwischen rund 47,5 Prozent des Brotmarkts im Handel.

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Kuch, M. (2026). Bäckerei-Insolvenzen 2026: 30+ Zahlen zum Bäckersterben. Insolvenzkarte. https://insolvenzkarte.de/blog/baeckerei-insolvenzen/

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Kuch, Max. „Bäckerei-Insolvenzen 2026: 30+ Zahlen zum Bäckersterben.“ Insolvenzkarte, 20.05.2026, https://insolvenzkarte.de/blog/baeckerei-insolvenzen/

Quellenverzeichnis

  1. 1 Statista (statista.com)
  2. 2 InsolvenzTracker (insolvenztracker.de)
  3. 3 Unternehmeredition (unternehmeredition.de)
  4. 4 InsolvenzTracker (insolvenztracker.de)
  5. 5 Creditreform (creditreform.de)
  6. 6 InsolvenzTracker (insolvenztracker.de)
  7. 7 Statistisches Bundesamt (destatis.de)
  8. 8 Unternehmeredition (unternehmeredition.de)
  9. 9 InsolvenzTracker (insolvenztracker.de)
  10. 10 Zentralverband des Deutschen Bäckerhandwerks (baeckerhandwerk.de)
  11. 11 Zentralverband des Deutschen Bäckerhandwerks (baeckerhandwerk.de)
  12. 12 inFranken (infranken.de)
  13. 13 Zentralverband des Deutschen Bäckerhandwerks (baeckerhandwerk.de)
  14. 14 Zentralverband des Deutschen Bäckerhandwerks (baeckerhandwerk.de)
  15. 15 Bäckerwelt (baeckerwelt.de)
  16. 16 WirtschaftsWoche (wiwo.de)
  17. 17 top agrar (topagrar.com)
  18. 18 Reimer Rechtsanwälte (reimer-rae.de)
  19. 19 InsolvenzTracker (insolvenztracker.de)
  20. 20 Mittelrhein-Tageblatt (mittelrhein-tageblatt.de)
  21. 21 Handwerksblatt (handwerksblatt.de)
  22. 22 wattline (wattline.de)
  23. 23 OM online (om-online.de)
  24. 24 wattline (wattline.de)
  25. 25 Bäckerei Huth (baeckerei-huth.de)
  26. 26 Panemus (panemus.com)
  27. 27 openPR (openpr.de)
  28. 28 Statistisches Bundesamt (destatis.de)
  29. 29 Lebensmittel Praxis (lebensmittelpraxis.de)
  30. 30 Lebensmittel Praxis (lebensmittelpraxis.de)
  31. 31 InsolvenzTracker (insolvenztracker.de)
  32. 32 Zentralverband des Deutschen Bäckerhandwerks (baeckerhandwerk.de)
  33. 33 Statistisches Bundesamt (destatis.de)
  34. 34 Statistisches Bundesamt (destatis.de)
  35. 35 Statistisches Bundesamt (destatis.de)
  36. 36 Statista (statista.com)
  37. 37 t-online (t-online.de)
  38. 38 inFranken (infranken.de)
Max Kuch

Über den Autor

Max Kuch

Gründer von InsolvenzTracker

Max Kuch ist studierter Ökonom und Digitalunternehmer. Über mehrere Projekte im Bereich Insolvenzen wertet er täglich die aktuellen amtlichen Bekanntmachungen aus und beobachtet die Entwicklung der Insolvenzen in verschiedenen Branchen, in Deutschland wie im europäischen Ausland. Seine Auswertungen verbinden offizielle Statistiken mit tagesaktuellen Daten direkt aus den Insolvenzgerichten und machen Trends sichtbar, oft lange bevor sie in der öffentlichen Statistik auftauchen. Sein Ziel ist es, wirtschaftliche Entwicklungen früh, faktenbasiert und verständlich einzuordnen.

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